Warum die Wärmepumpe eine Kernbohrung braucht
Leitungen für Kältemittel, Heizungsvor- und -rücklauf sowie Strom und Steuerung müssen von der Außeneinheit in das Gebäude geführt werden. Die Kernbohrung liefert eine glatte, runde und passgenaue Öffnung, ohne Erschütterungen, die Risse im Mauerwerk verursachen können.
Split oder Monoblock: Was geht durch die Wand?
Bei einem Split-Gerät (und bei Klimageräten) laufen in der Regel zwei Kältemittelleitungen plus Strom- und Steuerleitung durch die Wand. Dafür genügen oft kleinere Durchmesser, typisch sind etwa 60–82 mm.
Bei einem Monoblock-Gerät führen Heizungsvor- und -rücklauf (gedämmt) sowie Strom durch die Wand. Die Bohrung fällt deshalb meist größer aus, typisch sind etwa 100–200 mm. Maßgeblich sind immer die Angaben des Herstellers und die gewählte Dämmung bzw. das Futterrohr.
Wandmaterial und Dämmung
Gebohrt wird durch Mauerwerk, Beton oder Stahlbeton, häufig zusätzlich durch ein Wärmedämmverbundsystem. Bei Stahlbeton muss die Bewehrung vorab geortet werden. Die Dämmung wird nach der Durchführung sauber geschlossen, damit keine Wärmebrücke entsteht.
Die richtige Position
- Genügend Abstand zu Gebäudeecken, Fenstern, Türen und Stürzen halten
- Leitungen, Bewehrung und Hohlräume vor dem Bohren orten
- Möglichst kurze Leitungswege zwischen Außen- und Inneneinheit
- Leichtes Gefälle nach außen einplanen, damit kein Wasser in die Wand läuft
Abdichtung: Warum Bauschaum allein nicht reicht
Bei Bauteilen, die an das Erdreich grenzen, gilt für die Abdichtung die DIN 18533 (Abdichtung erdberührter Bauteile). Gegen drückendes Wasser kommen Futterrohre mit Ringraumdichtung oder Flanschsysteme zum Einsatz. Bauschaum und Silikon sind dafür kein dauerhafter Ersatz.
Oberhalb des Geländes wird die Durchführung mit geeignetem Futterrohr bzw. Leerrohr, Dichtmanschette und witterungsbeständigem Dichtstoff geschlossen. Die genauen Vorgaben stehen in der Herstellerdokumentation.
Statik: Wann ist ein Fachplaner nötig?
In nichttragenden Wänden ist eine einzelne Bohrung meist unkritisch. Bei tragenden Wänden, mehreren Bohrungen dicht beieinander, Bohrungen nahe an Stürzen, Stützen oder Auflagern sowie in Bodenplatten empfehlen wir die Abstimmung mit Statiker oder Tragwerksplaner.
Ablauf in sechs Schritten
- Anfrage mit Foto und Gerätedatenblatt senden
- Position festlegen und Wand orten (Leitungen, Bewehrung)
- Festpreisangebot erhalten
- Termin vereinbaren: Strom, Wasser und Zugang klären
- Kernbohrung durchführen, Bohrwasser auffangen, Bohrkern entfernen
- Futterrohr setzen, abdichten, Arbeitsbereich aufgeräumt übergeben
Typische Fehler
- Bohrung ohne vorherige Ortung von Leitungen und Bewehrung
- Durchmesser zu knapp: Dämmung und Futterrohr passen nicht mehr hinein
- Kein Gefälle nach außen, Wasser dringt ein
- Abdichtung nur mit Bauschaum bei erdberührten Bauteilen
- Bohrstelle zu nah an Ecke oder Öffnung gewählt
Was kostet die Kernbohrung?
Der Preis hängt von Durchmesser, Wandstärke, Material, Zugang und Anfahrt ab. Eine Übersicht der Preisfaktoren finden Sie auf unserer Seite zu den Kosten, einen ersten Richtwert liefert der Kernbohr-Rechner.
Steuervorteil für Privatkunden
Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt können nach § 35a EStG steuerlich berücksichtigt werden: 20 % der Arbeits- und Fahrtkosten, höchstens 1.200 € pro Jahr. Voraussetzung sind unter anderem eine ordnungsgemäße Rechnung und unbare Zahlung. Bitte klären Sie Einzelheiten mit Ihrem Steuerberater.
Häufige Fragen
Welchen Durchmesser braucht meine Wärmepumpe?
Das hängt vom Gerät und der Leitungsführung ab. Senden Sie uns Datenblatt und Foto, wir nennen den passenden Durchmesser.
Brauche ich einen Statiker?
Bei tragenden Wänden oder mehreren Bohrungen nah beieinander ist eine Abstimmung sinnvoll. Wir beraten Sie dazu gern.
Wie lange dauert die Bohrung?
Eine Standardbohrung dauert in der Regel wenige Minuten bis etwa eine Stunde inklusive Aufbau.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt allgemeine Fachinformationen und ersetzt keine Statik, Rechts- oder Steuerberatung.